Mehr Schutz in der Pflichtschule!

Die in den letzten Tagen getroffenen Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus in der Pflichtschule reichen bei weitem nicht aus. Die Gesundheit von LehrerInnen und Schulkindern bedarf vieler weiterer Schutzmaßnahmen. Sind die LehrerInnen krank oder in Quarantäne, kommt es automatisch zu Schulschließungen oder Einschränkung der Unterrichtsqualität.

Schichtbetrieb, Verdünnung, kleinere Gruppen entsprechend den schulautonomen Voraussetzungen, Mund-Nasen-Schutz während des Unterrichts bei Ampelfarbe „Rot“ und Zustimmung des Schulkrisenteams, gehören zu den Minimalanforderungen.
Es kann nicht sein, dass Deutschförderklassen und Deutschförderkurse, Wahlpflichtbereiche, unverbindliche Übungen und der Religionsunterricht weiterhin teilweise klassenübergreifend unterrichtet werden müssen. Es muss die epidemiologische Einheit jeder Klasse gewahrt bleiben.

Über die bisherigen Forderungen hinaus ist zusätzliches Personal für alle Schularten unabdingbar, um zusätzliche Aufsichtstätigkeiten in ehebaldigst anzumietenden Räumlichkeiten, die Einhaltung der Hygienestandards und den administrativen Mehraufwand leisten zu können.

Wir brauchen dringend mehr Personal. Es ist für Klassenteilungen und die Vertretungsleistungen infolge von coronabedingten Abwesenheiten von LehrerInnen ein Muss für die Aufrechterhaltung der Schulqualität. Die Umsetzung aller Vorschläge ist umso wichtiger, da angesichts der steigenden Infektionszahlen das Vertrauen der Eltern in den Schulbesuch ihrer Kinder aufrecht erhalten werden muss und die PädagogInnen geschützt werden müssen.

Schwangeren KollegInnen ist bei den steigenden Infektionszahlen den Wechsel ins Home Office zu ermöglichen.

Der bundesweite Einsatz von Antigen-Schnelltests und die Probenentnahme durch mobile Testteams müssen eine massive Erhöhung der Testkapazitäten erbringen. Wir fordern eine bundesweit einheitliche Hotline (anstatt 1450) nur für die Schulen und die November 2020 Anpassung der Schul-Ampel an die Corona-Ampel auf Bezirksebene, denn Schulen mit ihren Menschen sind keine Inseln.

Angemerkt werden muss, dass viele SchülerInnen in der Sonderpädagogik keine Distanz- und Hygieneregeln einhalten können. Unter diesem Gesichtspunkt waren und sind die PädagogInnen des sonderpädagogischen Bereiches besonders infektionsgefährdet, und dessen ungeachtet war ihr Engagement bisher für ihre SchülerInnen mehr als lobenswert. Daher werden die Vorgaben, bei Ampelfarbe „Rot“ nur in sonderpädagogischen Einrichtungen die Präsenzlehre aufrecht zu erhalten, als diskriminierend empfunden. Wir fordern das Ministerium zum wiederholten Male auf, die diesbezüglichen Vorgaben zu überarbeiten.