Bundesregierung lässt Schulen und Jugend im Stich

Viele Schulleiter/innen verzweifeln ob untragbarer Zustände zum Schulbeginn.


Wien (OTS) – „Unsere engagierten Schulleitungen und Lehrer/innen sind nahe am Verzweifeln, weil sie enorm viel Arbeitszeit in ein immer wieder fehlerhaftes Testregime zu investieren haben. Die Schulen werden darüber hinaus gezwungen ausufernde Abfragen des BMBWF abzuarbeiten, während die pädagogische Arbeit brach liegt“, fasst Thomas Bulant, sozialdemokratischer Personalvertreter und Gewerkschafter, viel Kritik aus den Schulen zusammen.

„Der letzte Juni wurde für die notwendigen Herbstvorbereitungen nicht genutzt. Die Administration der Testungen ist daher jetzt umso aufwendiger. Praxisrelevante Einwände aus der Erprobungsphase waren nicht erwünscht. Eltern bedrängen unzufrieden die Schulleitungen und ihre Teams. Lehrer/innen müssen nun für jedes Vorbereitungsdefizit geradestehen. Die Schüler/innen hätten sich einen anderen Schulstart verdient.“

Die Hauptkritik gilt aber dem Umstand, dass die PCR-Testungen noch immer nicht lückenlose Gewissheit über die epidemiologische Lage an den Schulen ergeben. Gleichzeitig fordert das BMBWF von Pädagoginnen und Pädagogen eine stets gewartete Lagerstatistik.

„Wenn Schulsprecher/innen der Regierung einen verschlafenen Sommer vorhalten, kann man dem nur beipflichten, denn wie wäre es sonst möglich, dass eine Covid-Schulverordnung bereits nach einer Schulwoche Novellierungsbedarf hat“, fragt Bulant. „Die neuen Quarantäneregeln belasten nun mit dem Contact Tracing wieder die Schulen, wo nicht nur Virologen die Sitznachbar-Regel als Humbug sehen.“

Laut Meldungen aus den Schulen negiert das BMBWF die nicht gelösten Pandemiefragen und startet bereits die nächsten Projekte, die wiederum Baustellen für die Schulen befürchten lassen.

Schulen haben sich für die im November durchzuführenden nationalen Kompetenzmessungen vorzubereiten, ohne dass der Pädagogik Zeit und Mittel gegeben worden wären die Corona-bedingten Lernrückstände aufzuholen.

„Ein Regierungsprogramm wird abgearbeitet, auch wenn es dadurch für Schule und Jugend mehr Schaden als Nutzen gibt“, meint Bulant. „Die Politik muss nun endlich den Betroffenen zuhören und Belastungen einstellen, denn die Schulleitungen haben fast keine Kraft mehr, das in Ordnung zu bringen, was das Ministerium und seine nachgeordneten Dienststellen fast täglich verbocken.“