Mittwochsinfo zu Verhaltensnoten

SCHUG § 43 (1): Die Schüler sind verpflichtet, durch ihre Mitarbeit und ihre Einordnung in die Gemeinschaft der Klasse und der Schule an der Erfüllung der Aufgabe der österreichischen Schule (§ 2 des SCHOG) mitzuwirken und die Unterrichtsarbeit (§ 17) zu fördern. Sie haben den Unterricht regelmäßig und pünktlich zu besuchen, die erforderlichen Unterrichtsmittel mitzubringen und die Schul- bzw. Hausordnung einzuhalten.

Eine Beurteilung des Verhaltens in der Schule hat in der Schulnachricht und im Jahreszeugnis in den allgemeinbildenden Pflichtschulen zu erfolgen.
✓ nur in der 5. bis 7. Schulstufe
✓ durch Beschluss der Klassenkonferenz auf Antrag des Klassenvorstandes
✓ in den Beurteilungsstufen Sehr zufriedenstellend, Zufriedenstellend, Wenig zufriedenstellend, Nicht zufriedenstellend
✓ unter Berücksichtigung von persönlichen Voraussetzungen, Alter und Bemühen um ein ordnungsgemäßes Verhalten des Schülers/der Schülerin.

Ausnahme 1: Der Schüler/die Schülerin verlässt zufolge der Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht die Schule.

Ausnahme 2: Außerordentliche Schüler/Schülerinnen erhalten nur Leistungsbeurteilungen in jenen Pflichtgegenständen, in denen mangelnde Sprachkenntnis einer Beurteilung nicht zuwiderläuft (> § 22 SchUG).

Die Verhaltensnote
✓ beurteilt das persönliche Verhalten und die Einordnung des Schülers/der Schülerin in die Klassengemeinschaft gemäß den Anforderungen der Schulordnung
✓ die zu beurteilenden Schülerpflichten gemäß > § 43 des Schulunterrichtsgesetzes
✓ und dient auch der Selbstkontrolle und Selbstkritik des Schülers/der Schülerin.
✓ Sehr zufriedenstellend ist die Norm, die darunterliegenden Beurteilungsstufen stellen Abweichungen dar. Unter Beachtung der LBVO § 18, Abs. 3 ist das Alter zu berücksichtigen. Je älter der Schüler/die Schülerin ist, desto eher kann man entsprechendes Verhalten erwarten.

Vorgangsweise bei der Festsetzung von Verhaltensnoten
✓ Lehrer/Lehrerinnen, die einen Schüler/eine Schülerin unterrichten, bringen ihren Notenvorschlag ein; nur diese sind im Rahmen der Klassenkonferenz auch stimmberechtigt.
✓ Andere Lehrer/Lehrerinnen (Gangaufsicht, Schulveranstaltung,…) bringen ihren Vorschlag über den Klassenvorstand ein.
✓ Klassenkonferenzbeschluss: Bei Klassenkonferenzen gilt der Mehrheitsbeschluss, nachdem die Begründungen und Anträge der einzelnen Lehrer/Lehrerinnen zu Gehör gebracht wurden. Bei Stimmengleichheit entscheidet der Klassenvorstand.
✓ Wenig zufriedenstellend und Nicht zufriedenstellend werden nach Diskussion zudem mit Begründung protokolliert

Franz Bicek
Mitglied des ZA
Mitglied der Bundes- und Landesleitung der Gewerkschaft APS
Tel.: 0664/239 3546
Email: fbicek@gmail.com

Müssen wieder tausende Zeugnisse vernichtet werden?

Das BMBWF hat null Ahnung von den Arbeitsabläufen an einer Schule. Der Minoritenplatz hat eine Woche vor dem Zeugnistag in Ostösterreich, bzw. zwei Wochen vor Ferienbeginn im Westen wieder einmal die Bezeichnungen für Glaubensgemeinschaften verändert.

Die Kurzbezeichnung für islamische Religion lautet nun „islam.(IGGÖ)“ und für die islamisch-schiitische Glaubensgemeinschaft „islam.(SCHIA)“.

Es reicht zur Erfüllung dieses Rundschreibens nicht aus, e*sa umzuprogrammieren: es muss erst bei allen Eltern erhoben werden, welcher Glaubensrichtung sie sich zugehörig fühlen. Das BMBWF verordnet durch diese allzu späte Weisung einen administrativen Mehraufwand, der „sich gewaschen hat“ und auch zeitlich kaum zu erfüllen sein wird.

Damit beweist das Ministerium wieder einmal, wie wenig es die Arbeitsleistung von Lehrer/innen schätzt.

Wir fordern Frau Ministerin Rauskala auf, das diesbezügliche Rundschreiben 14/2019 noch diese Woche zurückzuziehen. Unsere Schüler/innen brauchen die nächste beiden Wochen ihre Lehrer/innen. Die Schulen dürfen nicht schon wieder für das Missmanagement im BMBWF büßen.

Franz Bicek
Mitglied des ZA
Mitglied der Bundes- und Landesleitung der Gewerkschaft APS
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Zeit für Richtungswechsel – zwei Lehrerinnen

DENKST DU AUCH …. DASS IN JEDE ERSTE UND ZWEITE KLASSE DER VOLKSSCHULE ZWEI LEHRERINNEN GEHÖREN? Zeit für einen Richtungswechsel

Unser Bildungssystem steuert mit Deutschförderklassen, verringerten Ressourcen, immer höherer Belastung für Schulleiterinnen und LehrerInnen, Abschaffung des Chancenindexes, vermehrten Testungen und alleingelassenen LehrerInnen in eine gefährliche Richtung. In den kommenden Wochen werden wir mit einer Montagsinfo auf mögliche Auswege aufmerksam machen!

Franz Bicek
Mitglied des ZA
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Mittwochsinfo Noteneinspruch

Kann man Noten beeinspruchen? (SCHUG § 71)
Laut Schulunterrichtsgesetz ist die Lehrperson für die Leistungsbeurteilung verantwortlich

  • Ein Widerspruch der Eltern gegen Noten ist im Schulrecht nicht vorgesehen.
  • Sehr wohl ist aber gegen das Nichtaufsteigen in die nächsthöhere Schulstufe ein Widerspruch durch die Eltern möglich.
  • Vorgangsweise: Der Widerspruch ist schriftlich innerhalb von fünf Tagen bei der Schule einzubringen. Der Schulleiter/ Die Schulleiterin hat den Widerspruch (+Stellungahme der betroffenen Lehrkräfte und sonstige Beweismittel) unverzüglich der zuständigen Schulbehörde vorzulegen. Diese leitet nun das Verwaltungsverfahren ein und entscheidet mit Bescheid. -> Gegen diesen Bescheid kann beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhoben (Remonstrationsrecht) werden.

Was könnten Eltern machen, wenn sie der Meinung sind, eine Leistungsbeurteilung ist nicht entsprechend den Bestimmungen der Leistungsbeurteilungsverordnung erfolgt:

Es kann eine Sachverhaltsdarstellung – ohne Rechtsmittel und rechtliche Durchsetzbarkeit – bei der Schulleitung eingelegt werden. Der Leiter/Die Leiterin hat nach Überprüfung der Sachlage die Möglichkeit eine Weisung zu geben, um der schulrechtlichen bzw. dienstrechtlichen Verfehlung einer Lehrperson entgegenzutreten. Bleibt die Schulleitung untätig, besteht für die Eltern als letzte Möglichkeit eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Schulleitung bei der Bildungsregion.

Wichtig: Der Ausgang eines solchen Verfahrens hat keine Rechtswirksamkeit auf die Leistungsbeurteilung.

Eine Lehrperson hat vergessen dem Schüler eine Frühwarnung wegen zu erwartendem „Nicht genügend“ zu geben und der Schüler muss die Klasse wiederholen:

Die Lehrperson hat jene Note zu geben, die objektiv gerechtfertigt ist, auch wenn dies ein „Nicht genügend“ ist. In einem Widerspruchsverfahren werden die Eltern die nicht erfolgte Frühwarnung als Dienstpflichtverletzung der Lehrperson anführen (Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Lehrperson).

Franz Bicek
Mitglied des ZA
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Zeit für Richtungswechsel

Unser Bildungssystem steuert mit Deutschförderklassen, verringerten Ressourcen, immer höherer Belastung für Schulleiterinnen und LehrerInnen, Abschaffung des Chancenindexes, vermehrten Testungen und alleingelassenen LehrerInnen in eine gefährliche Richtung. In den kommenden Wochen werden wir mit einer Montagsinfo auf mögliche Auswege aufmerksam machen!

Franz Bicek
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Pädagogik statt Bürokratie

Vor den Osterferien haben wir eine Umfrage an alle Schulleiterinnen und Schulleiter der Pflichtschulen in ganz Österreich ausgeschickt. Die Ergebnisse liegen nun vor:

In Oberösterreich haben sich 25% aller Schulleiter/innen der Pflichtschulen an unserer Umfrage beteiligt, der Österreichschnitt liegt mit 26% praktisch gleich auf.

Die überwältigende Mehrheit von 97% (Österreich: 95%) befindet, dass durch die von Bund, Land und Schulerhalter vermehrte Arbeitsbelastung der Schulleiter/innen die pädagogische Leitung zunehmend in den Hintergrund gedrängt wird.

Ständig neue Aufgabenstellungen, etwa bei der Sprachförderung, der Schuleinschreibung oder bei schulautonomen Fragen ohne ausreichende Unterstützung und Planungsgrundlagen stellen 97% (Ö: 96%) fest.

Die Vielzahl von Testungen, Dokumentationen und Projekten ohne schulautonomen feststellbaren Mehrwert für die pädagogische Leitung sehen 96% der Direktor/innen als Problem.

94,5% (Ö: 90%) der Schulleiter/innen sehen es kritisch, dass schulautonome Sprachfördermodelle durch Deutschförderklassen und –kurse ersetzt worden sind, ebenso die zentralen Vorgaben für die Leistungsbeurteilung und die neuen Mitteilungspflichten der Schulen durch das Pädagogikpaket.

Eine verstärkte Obsorge vonseiten des Dienstgebers und vermehrt Unterstützung durch die Gewerkschaft wünschen sich 96% (Ö: 95%) der Direktor/innen.

Die Frage 6 war offen gestellt und bei der Mehrzahl der Rücksendungen ausgefüllt. Manche Schulleiter/innen schrieben hier auf mehreren Seiten ihre Bedenken ob kommender Herausforderungen nieder. Die häufigsten Bedenken drehten sich um die derzeitige Planungsunsicherheit, was das kommende Schuljahr betrifft, um die Schwierigkeiten in der Kommunikation mit der Bildungsdirektion und –region, und um die ganz drängende Frage der mangelnden Ressourcen bei Sprachförderung und Sonderpädagogik.

„Die große Beteiligung an unserer Befragung unterstreicht, wie groß die Sorge ist, dass unsere Schulen vor dem pädagogischen Kollaps stehen. Lehrerinnen und Lehrer bräuchten bei Lernproblemen und Verhaltensauffälligkeiten die pädagogische Unterstützung durch die Schulleitung. Aber dafür bleibt kaum Zeit. Schulleiter und Schulleiterinnen dürfen nicht unter Aktenordnern verschüttet werden, sondern gehören an die Seite von Kindern und Lehrerinnen und Lehrer!“, so Thomas Bulant, Bundesvorsitzender des SLÖ.

Game over: Wir brauchen im Umgang mit unseren Direktorinnen und Direktoren einen Richtungswechsel hin zu echter schulischer Autonomie, professioneller und administrativer Unterstützung und Anerkennung ihrer Expertise durch den Dienstgeber!

Franz Bicek
Mitglied des ZA
Mitglied der Bundes- und Landesleitung der Gewerkschaft APS
Tel.: 0664/239 3546
Email: fbicek@gmail.com

Zeit für Richtungswechsel – Deutschlernen in großen Gruppen – sinnvoll?

Unser Bildungssystem steuert mit Deutschförderklassen, verringerten Ressourcen, immer höherer Belastung für Schulleiterinnen und LehrerInnen, Abschaffung des Chancenindexes, vermehrten Testungen und alleingelassenen LehrerInnen in eine gefährliche Richtung. In den kommenden Wochen werden wir mit einer Montagsinfo auf mögliche Auswege aufmerksam machen!

Franz Bicek
Mitglied des ZA
Mitglied der Bundes- und Landesleitung der Gewerkschaft APS
Tel.: 0664/239 3546
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