Resümee der letzten Wochen

Liebe Kollegin, lieber Kollege!
Unsere Schulen brauchen Planungssicherheit! Wenn die Schulen am 25. Jänner wieder mit Präsenzunterricht und einem „Schichtbetrieb“ starten dürfen, sind nachfolgende Fragen rechtzeitig zu klären:

  1. Wer entscheidet zeitnah über welche Form des Schichtbetriebes, damit Lehrer*innen und Familien sich rechtzeitig auf den Unterricht vorbereiten können?
  2. Welche Angebote für zu betreuende Kinder werden angedacht, wenn an einem Standort die räumlichen und personellen Kapazitäten für einen Parallelbetrieb nicht gegeben sind?
  3. Warum übermittelt das Ministerium den Schulen nicht spätestens bis Donnerstag seine Vorgaben für die darauffolgende Woche, damit sich diese vorbereiten können, sofern die Pandemie wöchentliche Adaptierungen erfordert?
  4. Warum lässt das Ministerium einen Schichtbetrieb nicht schon in der nächsten Woche an jenen Standorten zu, wo mehr als zwei Drittel aller Schülerinnen in Betreuung sind?

Die letzte Frage ist uns bei der aktuellen Infektionslage immens wichtig, denn das Virus unterscheidet nicht zwischen betreuenden und unterrichtenden Lehrerinnen. In vielen Schreiben wurden bereits Testen und Impfen als wesentliche Hilfestellungen für unsere Schulen gefordert. Die wichtigen Selbsttests gelangen erst Ende dieser Woche in Österreich zur Verteilung.

Diese werden nicht nur im Unterricht, sondern auch in der Betreuungssituation mehr Information über die Infektionslage an einer Schule liefern. Unsere Kritik an der Weisung, dass die Pakete am Wochenende an Schulen entgegen zu nehmen sind, bleibt trotz Bekanntgabe eines eingegrenzten Zeitraums der Anlieferung aufrecht! Es ist uns wichtig festzuhalten, dass mit dieser Dienstanweisung auch der Dienstunfallschutz gewährleistet ist.

Besonders in den sonderpädagogischen Schulen, in denen bis jetzt durchgehend Präsenzunterricht angeboten werden musste, sind neben dem sofortigen Einsatz der Selbsttests den Pädagoginnen und Pädagogen die Impfung prioritär anzubieten. Zudem fordere ich erneut, dass in Sonderschulen ebenfalls ein eingeschränkter Unterrichtsbetrieb stattzufinden hat!

Franz Bicek
Mitglied des ZA
Mitglied der Bundes- und
Landesleitung der Gewerkschaft APS
Tel.: 0664/239 3546
Email:

Franz Bicek
Mitglied des ZA
Mitglied der Bundes- und
Landesleitung der Gewerkschaft APS
Tel.: 0664/239 3546
Email:

Offener Brief an BK Sebastian Kurz

An den
Bundeskanzler der Republik Österreich
Ballhausplatz 2
1010 Wien Wien, 14. Dezember 2020

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Sebastian Kurz!

Wir glauben an die Aufklärung und somit an die Wissenschaft. Die Tagespolitik ist für uns ohne Belang. Menschen an unseren Schulen allein gilt unsere Sorge in der COVID-19-Pandemie.

Seit dem Sommer hat sich die wissenschaftliche Expertise in einer Kernaussage gedreht: Schulen sind nicht so sichere Orte, wie es anfangs behauptet wurde. Es sind nach heutigem Wissensstand weder Schülerinnen noch Lehrerinnen als „Superspreader“ auszuschließen. Bei vielen Schülerinnen ist zu beobachten, dass sie die allgemeinen Hygieneregelungen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie nicht mit derselben Ernsthaftigkeit, insbesondere in ihrer Freizeit und auf dem Schulweg, einhalten wie ihre Lehrerinnen. Auch in der Schule gehört das Erinnern, den Mund-Nasen-Schutz richtig zu tragen, in der Zwischenzeit zum pädagogischen Alltag.

Bereits im Sommer haben wir uns in unseren Funktionen als Lehrer*innenvertretung und Gewerkschaft an Bundesminister Faßmann mit nachfolgendem Konzept schriftlich gewandt:

• Lehrerinnen dürfen abgestimmt auf die Unterrichtssituation und Lüftungsphasen das Tragen des Mundnasenschutzes ihrer Lerngruppe verordnen. • Mit Test-Kits für alle Familien und einer Testung aller 120.000 Lehrerinnen im zweiwöchigen Abstand durch ambulante Teams wird dem Sicherheitsbedürfnis vieler entsprochen und den Gesundheitsbehörden ein österreichweites Screening ermöglicht.

Bei Verdachtsfällen sind Testergebnisse innerhalb von 24 Stunden erforderlich, um die weiteren notwendigen Maßnahmen an der Schule rasch durchführen zu können.

Wenn das BMBWF die Klasse als epidemiologische Gemeinschaft anstrebt, ist die Sprachförderung von klassenübergreifenden Deutschförderklassen auf integrative Stammklassenförderung umzustellen und …. Entscheidungen über unverbindliche Übungen und das Freizeitangebot an ganztägigen Schulen sollten zur Gänze der Schulautonomie übertragen werden. (Auszüge aus einem Schreiben vom 24. August 2020)

Das BMBWF hat auf dieses Schreiben nicht geantwortet. Viel schlimmer ist jedoch, dass keiner Forderung außer bezüglich des Mund-Nasen-Schutzes entsprochen worden ist. Sozialkontakte zwischen epidemiologischen Einheiten, die Sie in jeder Pressekonferenz vermindert wissen wollen, erfolgen in der Schule weiterhin unkontrolliert, da es in Betreuungs-gruppen, Deutschförderklassen, unverbindlichen Übungen, Schwerpunkt- und Wahlpflichtfächern sowie in Bewegung und Sport noch immer zur Vermischung von Schülerinnen unterschiedlicher Klassen kommt. Ebenso ist es für uns nicht nachvollziehbar, warum es im Handel Beschränkungen für die Anwesenheit von Personen in einem geschlossenen Raum gibt, in einer Schulklasse bleibt dieses Faktum jedoch durch die von Ihnen geführte Regierung unberücksichtigt.

Wir haben über die Medien zur Kenntnis genommen, dass nach den Gesundheitsberufen nun auch Lehrerinnen ab dem Jänner wiederholt getestet werden sollen. Wir fordern eine angemessene Teststrategie: Die Testungen sollten an den Schulen stattfinden, damit ein zeitlich und infrastrukturell unnötiger Aufwand verhindert werden kann!

Haben Sie aber den Mut, auch die zweite Etappe des Weges zu gehen! Wenn die Lehrerinnen getestet werden, müssen Testungen für Schülerinnen ebenfalls regelmäßig stattfinden. Ein solches österreichweites Screening ersetzt jede aufwändig organisierte Massentestung unserer Berufsgruppe und jede Dunkelzifferstudie.

Da sich das Virus aber nicht an Testtermine hält, sind schulautonome Entscheidungen mit rechtlicher Absicherung durch die Dienstbehörden in der Zukunft zu ermöglichen. Die Schulleitungen und ihre Krisenteams verfügen an ihrem Standort über die besten Kenntnisse und Kontakte zu allen Schulpartnern, um die Sicherheit aller Menschen an einer Schule zu maximieren.

Wir vertrauen unseren Schulen und deren autonomen Konzepten. Tun Sie das als Bundeskanzler dieser Republik ebenso!

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Bulant
Bundesvorsitzender des SLÖ
Florian Gollowitsch
Vorsitzender APS-FSG Stmk.
Patricia Gsenger
Bundesvorsitzende der FSG-AHS
Monika Kubec
ZA-Vorsitzende BS Wien
Alexandra Loser
Vorsitzende APS-FSG Vbg.
Jürgen Pany
Vorsitzender APS-FSG NÖ
Pascal Peukert
Bundesvorsitzender FSG-BMHS
Diana Rathmayr
Vorsitzende APS-FSG Salzburg
Stefan Sandrieser
ZA-Vorsitzender APS Kärnten
Franz Turek
Vorsitzender SLÖ OÖ
Christoph Windisch
ZA-Vorsitzender APS Bgld.
Barbara Würzelberger
Vorsitzende Zentralverein Wien

Pflegefreistellung


Quellen: Dienstrechts – Novelle 2012, § 59 LDG, § 29f VBG, § 12 LVG

Die*Der Lehrer*in, der*die wegen der notwendigen Pflege eines*einer
im gemeinsamen Haushalt lebenden, erkrankten oder verunglückten nahen Angehörigen nachweislich an der Dienstleistung verhindert ist, hat, unbeschadet eines Sonderurlaubes, Anspruch auf Pflegefreistellung im Ausmaß der individuellen wöchentlichen Unterrichtsverpflichtung. Wird diese überschritten (dauernde MDL), so gebührt die Pflegefreistellung für jede weitere Unterrichtsstunde. Die Pflegefreistellung ist in vollen Unterrichtsstunden zu verbrauchen. Im Anschluss an den Pflegeurlaub ist eine schriftliche Erklärung per Formular abzugeben; eine ärztliche Bestätigung ist nicht vorgesehen.

  • Nahe Angehörige sind der*die Ehegatt*in und Personen, die in gerader Linie verwandt sind, Geschwister, Stief-, Wahl- und Pflegekinder sowie Personen, mit denen der*die Lehrer*in in Lebensgemeinschaft lebt.
  • Ist die Pflege eines im gemeinsamen Haushalt lebenden, erkrankten oder verunglückten Kindes (Wahl- oder Pflegekindes), das das zwölfte Lebensjahr noch nicht überschritten hat, notwendig, so besteht zusätzlich noch einmal Anspruch auf Pflegefreistellung im Ausmaß der wöchentlichen Unterrichtsverpflichtung.
  • Die Pflegefreistellung gilt auch für Kinder des*der Lebenspartner*in oder eingetragenen Partnerschaft, sowie für die eigenen Kinder, auch wenn diese nicht im eigenen Haushalt leben.
  • Bei Kindern bis zum 10. Lebensjahr ist auch für die Begleitung und Pflege in einem Krankenhaus Pflegeurlaub möglich.

Franz Bicek
Mitglied des ZA
Mitglied der Bundes- und
Landesleitung der Gewerkschaft APS
Tel.: 0664/239 3546
Email:

Franz Bicek
Mitglied des ZA
Mitglied der Bundes- und
Landesleitung der Gewerkschaft APS
Tel.: 0664/239 3546
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Es reicht!

Jetzt geht es um die Gesundheit und eine verlässliche Schule für lehrerInnen und SchülerInnen!

Organisationschaos!
Zum wiederolten Male erhalten wir ein schwerwiegendes Maßnahmenpaket am Wochenende.

Spitzel-Methoden!
Statt Unterstützung für Standorte erfahren wir Misstrauen und Überwachung!

Schulen haben keine Ansprechpartner mehr!
Handlungsanweisungen erhalten wir nicht mehr von Personen, sondern von

Sonderpädagogik im Stich gelassen!
Trotz unserer Warnungen: In der Sonderpädagogik setzen Sie LehrerInnen einem enormen Risiko aus.

COVID 19-Fall an der Schule – kein Schutz für LehrerInnen!
Gesundheitsbehörden und bmbwf reagieren spät oder gar nicht und Ihnen fällt dazu nur ein: „Der Schulleitung selbst kommt keine Kompetenz bezüglich des Setzens von Maßnahmen zu“.

Für das alles tragen Sie die Verantwortung, Herr Minister!
Wir schauen Ihnen auf die Finger!

Schulbetrieb in den Sonderschulen

Schreiben des Ministeriums (BMBWF) vom 14.11.2020. Mit Bedauern müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass das Bildungsministerium – trotz unserer Proteste und der Proteste vieler anderer aus dem sonderpädagogischen Bereich – für Sonderschulen Präsenzunterricht festlegt:
In Sonderschulen findet weiter Präsenzunterricht statt. Schülerinnen und Schülern, die sich aus mit der COVID-19-Pandemie in Zusammenhang stehenden Gründen nicht in der Lage sehen oder in der Lage sind, am Unterricht teilzunehmen, kann die Erlaubnis zum Fernbleiben vom Unterricht aus wichtigen Gründen erteilt werden.

• Schülerinnen und Schüler mit speziellem Förderbedarf oder ao.Status sollen aktiv angesprochen und zum Schulbesuch angehalten werden, damit sie in der Zeit des Lockdowns nicht zurückfallen und den Anschluss an die Klasse nicht verlieren.

Wir betonen erneut, dass Sonderpädagoginnen während des 1.Lockdowns in eindrucksvoller Weise bewiesen haben, dass ortsungebundener Unterricht in vielen Fällen auch in diesem Bereich erfolgreich und engagiert umgesetzt werden konnte. Selbstverständlich haben sich unsere Pädagoginnen sorgsam und verantwortungsvoll auch jener Schülerinnen angenommen, bei denen Distance Learning nicht möglich war oder die einer Betreuung bedurften.

Wir weisen nochmals eindringlich darauf hin, dass viele unserer Schülerinnen keine Distanz- und Hygieneregeln einhalten können. Unter diesem Gesichtspunkt sind die Kolleginnen des sonderpädagogischen Bereiches besonders infektionsgefährdet. Wir verwehren uns gegen diese durch die Verordnung bedingte Schlechterstellung anderen Lehrerinnengruppen gegenüber.

Wir weisen darauf hin, dass bislang nicht einmal alle Standorte mit FFP2-Masken versorgt wurden. Es ist nicht akzeptabel, dass unsere Lehrerinnen während eines Lockdowns ungeschützt in den Unterricht geschickt werden – besonders angesichts der Tatsache, dass die 7-Tages-Inzidenz Österreichs derzeit die weltweit höchste ist!

Wir fordern die sofortige und prioritäre Auslieferung der FFP2-Masken und Antigentests für ASO Standorte! Wir fordern volle Entscheidungskompetenzen für Schulleiterinnen und Sonderpädagoinnen, welche Schülernnen wie unterrichtet werden sollen.

Franz Bicek
Mitglied des ZA
Mitglied der Bundes- und
Landesleitung der Gewerkschaft APS
Tel.: 0664/239 3546
Email:

Franz Bicek
Mitglied des ZA
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DRINGEND mehr Schutz in der Pflichtschule!

Sonderinfo Nr.2: DRINGEND mehr Schutz in der Pflichtschule!
„Wer für geöffnete Schulen eintritt, muss auch in die Vorsorge investieren!“
In Sorge um Gesundheit und Pädagogik stellt der SLÖ erneut sechs Forderungen. „Österreichweit steigen auch in den Schulen die Infektionszahlen –und mit ihnen die Verunsicherung und Angst vor einer Erkrankung. Darunter leidet selbst im Präsenzunterricht die Pädagogik. Distanz schwächt die für Kinder wichtige Beziehungsarbeit“, zeigt Thomas Bulant, Bundesvorsitzender des SLÖ, auf.
„Allein gesunde und geschützte LehrerInnen können Lerndefizite innerhalb der Corona-Generation minimieren.“
Daher fordert der SLÖ von der Bundes- und der Landesregierung:

  1. Sichern Sie eine erweiterte Schulautonomie zur raschen Bewältigung der unterschiedlichen Herausforderungen!
  2. Öffnen Sie den Weg in den Schichtbetrieb (Zippverschluss-System), der bereits im letzten Frühsommer epidemiologisch und pädagogisch erfolgreich gewesen ist!
  3. Schützen Sie schwangere Lehrerinnen und ältere Kolleg/innen durch Home-Office!
  4. Beginnen Sie umgehend in allen pädagogischen Einrichtungen mit der Grippeschutzimpfung und der Auslieferung der angekündigten FFP2-Masken!
  5. Sorgen Sie mit einer Erweiterung des Dienstpostenplans für die Absicherung einer pädagogisch effizienten Diensteinteilung!
  6. Ermöglichen Sie administrative Unterstützung für die Schulleitungen!

Franz Bicek
Mitglied des ZA
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