Mittwochsinfo: Die 23. und 24. Stunde

Wie sind die 23. und 24. Stunde im neuen Dienstrecht (pd) zu verwenden? Quellen: § 8, Abs. 3f LVG (inkl. Anlage zu § 8). Das Gesetz zählt die Einsatzmöglichkeiten für diese zwei Wochenstunden auf:

Je eine Stunde können derzeit durch die Erledigung von nachfolgenden Aufgaben erbracht werden.

  1. Klassenführung
  2. Verwaltung von Lehrmittelsammlungen
  3. Schulentwicklungsarbeit (u.a. SQA)
  4. Fachkoordination an Musik- und Sportmittelschulen: max. 1 Koordinator*in pro Schwerpunkt
  5. Koordination an Mittelschulen (§ 59b Abs. 1a Z2 GehG): max. 3 Koordinatorinnen pro Schulstandort  Oder eine oder zwei Wochenstunden (d.h. 36 oder 72 Jahresstunden) sind im Rahmen der qualifizierten Beratungstätigkeit zu leisten. Darunter versteht der Gesetzgeber für den Pflichtschulbereich: a) Beratung von Schülerinnen (im Sinne von Tutoring in Lern- und sozialen Fragen)
    oder
    vertiefende Beratung von Erziehungsberechtigten (§ 61(1) SchUG) im Sinne der Förderung der Schulgemeinschaft und der Unterrichts- und Erziehungsarbeit der Schule. Diese Sprechstunde ist als Angebot den Schülernnen und Erziehungsberechtigten bekanntzugeben. b) Koordination der Beratung zwischen Lehrkräften und Erziehungsberechtigten. Diese Leistung ist an die Funktion Klassenvorstand (Vorsitzender im Klassenforum und in der Klassenkonferenz) und an Berufserfahrung gebunden. Umsetzungstipps für die „Beratungsstunden“:

Wer bestimmt über die Anordnung?
Der Dienstplan ist Aufgabe der Schulleitung gemäß § 10 SchUG. Die Beratungsstunden sind über Aushang und Elternbrief bekannt zu geben. Die Verankerung im Stundenplan verringert daher den Verwaltungsaufwand.

Sind nicht genutzte Beratungsstunden nachzubringen bzw. solche bei Absenz zu supplieren? Ein Erlass des Ministeriums verneint diese Fragen eindeutig.

Wann dürfen Schüler*nnen in die Beratung gehen?
Ihr Pflicht- und Förderunterricht darf durch die Beratungsstunden nicht tangiert werden. Die Aufsichtspflicht bzw. Aufsichtsberechtigung ist zu berücksichtigen. Für eine lokale Transparenz der Gesprächssituation ist zu sorgen!

Franz Bicek
Mitglied des ZA
Mitglied der Bundes- und
Landesleitung der Gewerkschaft APS
Tel.: 0664/239 3546
Email:

Seminar / Veranstaltungsprogramm online

Hier geht’s zum Programm 2020/2021 – für alle oö. LehrerInnen

Ein Großteil dieser Angebote für oö. Lehrer/innen wird auch durch den Dienstgeber (Bildungsdirektion für OÖ.) als offizielle LehrerInnenfortbildung für Fortbildungs-nachweise zur Jahresnorm/Bereich C anerkannt!

Schulmanagement-Veranstaltungen/-Seminare werden auch für Bewerbungen um LeiterInnen-Stellen anerkannt!

Für jede Veranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich:

Anmeldungen online oder bei
SLÖ OÖ. LehrerInnenfortbildung
4020 Linz, Weißenwolffstraße 17a
Tel. 0732/772640, 0660/3410030 Fax 0732/797509
Montag 8.00 -13.00 Uhr, Dienstag und Mittwoch 07.30 – 15.00 Uhr,Donnerstag 7.30 – 12.30 Uhr

Email:

FSG schreibt einen Brief an BM Faßmann

MMag. Dr.
Thomas Bulant

Sehr geehrter Herr Bundesminister Heinz Faßmann!
Anlässlich des Beginns der Sommerschulen im Osten und vieler Zuschriften besorgter Lehrer*innen wenden wir uns wieder schriftlich an Sie. Unser letztes Schreiben an Sie vom 8. Juni, in dem wir

  • eine Doppelbesetzung in der 1. und 2. Volksschulklasse,
  • eine administrative Entlastung der Pflichtschulen durch Supportpersonal und
  • ausreichend Ressourcen für das Fördern in Kleingruppen

gefordert haben, blieb leider bis heute unbeantwortet. Die Erfahrungen des letzten Semesters und Ihre Planungen für das kommende Schuljahr haben uns gezeigt, wie notwendig Investitionen in diesen Bereichen sind. Informieren Sie die Öffentlichkeit, wann Sie diese dringlichen Maßnahmen umsetzen werden! Eltern, Schüler*innen und Lehrer*innen warten darauf.

Ihr am 17. August veröffentlichter Plan „Schule im Herbst 2020“ wurde von uns intensiv durchgearbeitet. Das Bemühen des Ministeriums um unterstützende Rahmenbedingungen ist ersichtlich, jedoch auch eine Vielzahl von Praxisschwächen. In Garderoben sollen die Abstandsregeln eingehalten werden. Wie soll dies bei der baulichen Beengtheit vieler dieser Räume umgesetzt werden? Tische und Sessel im Speisesaal ganztägiger Schulen sollen bei jedem Gruppenwechsel desinfiziert werden. Hat man Sie darüber informiert, dass an vielen Schulen bis zu 300 Schüler*innen in einem solchen Saal zwischen 12 Uhr und 15 Uhr verköstigt werden müssen? Lehrer*innen und die Schulleitung sollen die Gesundheitsbehörden bei einem Corona-Verdacht alarmieren. Wieso werden die Schulen nicht mit berührungsfreien Stirnthermometern unterstützt, die in vielen touristischen, kulturellen und öffentlichen Bereichen im Einsatz sind?

Ihre Maßnahmen entsprechend der Corona-Ampelfarben sind übersichtlich dargestellt. Deren Aktivierung lässt hingegen noch einige Fragen offen. Für einen sicheren Schulalltag im Herbst im Sinne von „agieren ist besser als reagieren“ halten wir die nachfolgenden Zusatzmaßnahmen unter Berücksichtigung der individuellen Schulsituation für unerlässlich:

  • Lehrer*innen dürfen abgestimmt auf die Unterrichtssituation und Lüftungsphasen das Tragen des Mundnasenschutzes ihrer Lerngruppe verordnen.
  • Mit Test-Kits für alle Familien und einer Testung aller 120.000 Lehrer*innen im zweiwöchigen Abstand durch ambulante Teams wird dem Sicherheitsbedürfnis vieler entsprochen und den Gesundheitsbehörden ein österreichweites Screening ermöglicht.
  • Bei Verdachtsfällen sind Testergebnisse innerhalb von 24 Stunden erforderlich, um die weiteren notwendigen Maßnahmen an der Schule rasch durchführen zu können.
  • Angaben zum Verhalten von Risikogruppen unter Schüler*innen und Lehrer*innen dürfen sich auf den unterschiedlichen Kommunikationskanälen des Ministeriums nicht wie im Frühjahr widersprechen. Rechtssicherheit ist erforderlich!
  • Wenn das BMBWF die Klasse als epidemiologische Gemeinschaft anstrebt, ist die Sprachförderung von klassenübergreifenden Deutschförderklassen auf integrative Stammklassenförderung umzustellen und die Möglichkeit von klassenübergreifenden Leistungsgruppen in der Mittelstufe zu sistieren. Entscheidungen über unverbindliche Übungen und das Freizeitangebot an ganztägigen Schulen sollten zur Gänze der Schulautonomie übertragen werden.
  • Über das Angebot von Mittagessen und Lernstunden an Offenen Schulen ist schulautonom zu entscheiden, da Hygiene und Sicherheit nur dann eingehalten werden können, wenn die Betreuungsgruppe annähernd mit einer Klasse identisch ist.
  • Schulleitungen dürfen auch schon in der Phase Grün schulzeitliche Maßnahmen setzen, um am Unterrichtsbeginn oder beim Schulschluss „Rudelbildungen“ zu verhindern.
  • Mitteilungspflichten wie zum Beispiel KEL-Gespräche und Elternsprechtage dürfen ausgesetzt werden, um externe Klassenkontakte einzuschränken.
  • Mit einer Lockerung der Schulveranstaltungsverordnung ist den Schulen die Möglichkeit zu geben, ohne bürokratische Hürden Unterricht projektartig im Freien abzuhalten und den Turnsaalunterricht auf Sporttage auszulagern.

Sowohl die verordneten Maßnahmen Ihres Ministeriums als auch unsere Ergänzungsforderungen werden nur greifen, wenn unsere Schulleitungen sie umsetzen können. Egal ob das Krisenmanagement im Frühjahr, die Administration der Sommerschule, die Organisation der Sprachfördermaßnahmen oder die Schulentwicklung von der NMS zur Mittelschule, immer sind unsere Direktorinnen und Direktoren additiv zu ihren Alltagsaufgaben gefordert. Es ist daher mehr als berechtigt, wenn jeder Schulleitung seitens des Bundes eine Dauermehrdienstleistung pro 100 Schüler*innen zur Verfügung gestellt wird.

Im nicht erwünschten Fall, dass die Lehrer*innen für das Distance-Learning wieder ihr privates Equipment dem Staat zur Verfügung stellen müssen, ersuchen wir Sie beim Finanzminister Absetzmöglichkeiten für die Zusatzkosten über die Arbeitnehmerveranlagung zu ermöglichen.

In einem Corona-Schreiben an die Schulen haben Sie formuliert: „Da ich Sie in den letzten herausfordernden Wochen als kreative und konstruktive Partnerinnen und Partner erlebt habe, hoffe ich auch in dieser Initiative zum Wohle unserer Schülerinnen und Schüler auf Sie zählen zu können“.

Genau dasselbe erhoffen wir von Ihnen in der Umsetzung unseres Maßnahmenkatalogs.
Im Namen der APS-FSG mit gewerkschaftlichen Grüßen

MMag. Dr. Thomas Bulant
Bundesvorsitzender der FSG in der Gewerkschaft der Pflichtschullehrer*innen

Ferien

Franz Bicek
Mitglied des ZA
Mitglied der Bundes- und
Landesleitung der Gewerkschaft APS
Tel.: 0664/239 3546
Email:

Franz Turek
Landesvorsitzender des SLOÖ
Tel.: 0699/81266739
Email:

Broschüre „Mittelschule“


Der Umbau der NMS zur Mittelschule beginnt im September. Mit dem Gesetz zum Pädagogik-Paket 2018 wurde der Umbau der NMS zur Mittelschule beschlossen.
Wie auch immer man dazu steht, ab September 2020 wird damit begonnen. Ungeachtet der besonderen Belastungen durch die Coronazeit und die Sommerschule setzt das Ministerium dieses Vorhaben um. Damit sind die Schulen und alle Lehrkräfte wieder einmal in besonderer Weise gefordert.

Dir neuen Leistungsniveaus „Standard“ und „Standard AHS“ werden eingeführt, ebenso neue Notenskalen. Zeugnisse können nunmehr mit schriftlichen Erläuterungen im Rahmen der KEL-Gespräche erklärt werden. Förderunterricht wird nun verpflichtend.

Neu hinzukommen wird wieder einmal ein neues Testverfahren, die „Individuelle Kompetenzmessung PLUS“ in der 7. und 8. Schulstufe. Das Ministerium hat zur Umsetzung im Juni eine Handreichung gestaltet.

Franz Bicek
Mitglied des ZA
Mitglied der Bundes- und
Landesleitung der Gewerkschaft APS
Tel.: 0664/239 3546
Email:

Offener Brief der APS/FSG an Minister Faßmann

Österreich, am 8. Juni 2020

Sehr geehrter Herr Bundesminister Heinz Faßmann!

Vor wenigen Tagen haben Sie Ihr Summer-School-Schreiben an die Schulleiter*innen Österreichs mit folgendem Satz beendet:

„Da ich Sie in den letzten herausfordernden Wochen als kreative und konstruktive Partnerinnen und Partner erlebt habe, hoffe ich auch in dieser Initiative zum Wohle unserer Schülerinnen und Schüler auf Sie zählen zu können“.

Dieses erwartete „Auf-uns-zählen-können“ zieht sich nun bereits über viele Monate. Die Bereitschaft der Pädagoginnen und Pädagogen zu solidarischem Engagement wurde zuletzt von Ihren Anliegen voller „unfreiwilliger Freiwilligkeit“ ausgereizt.

Es ist somit an der Zeit, unsererseits von Ihnen Kreativität und konstruktive Kooperation mit den Schulen einzufordern. Ihre Initiative ist mehr als überfällig, unsere Hauptforderungen nach

  • einer Doppelbesetzung im Schuleingangsbereich,
  • einer administrativen Entlastung der Pflichtschulen
  • sowie einem pädagogischen Supportpersonal

zum Wohle der Schülerinnen zu erfüllen. Stellen Sie für die Förderung benachteiligter Schülerinnen im kommenden Schuljahr ausreichend Ressourcen zur Verfügung, damit der Kleingruppenunterricht nicht nur in den letzten zwei Ferienwochen stattfinden kann!

Vermeiden Sie in Zukunft mit uns über Pressekonferenzen zu kommunizieren! Unsere Schüler*innen sind es wert, dass das Ministerium zu einer professionellen Gesprächskultur mit den Schulen zurückkehrt.

Mit gewerkschaftlichen Grüßen

Manuel Sulyok (B)Stefan Sandrieser (K)Jürgen Pany (NÖ)
Franz Bicek (OÖ)Diana Rathmayr (S)Florian Gollowitsch (St)
Irmgard Egger (T)Gerhard Unterkofler (V)MMag. Dr. Thomas Bulant (W)